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Geschichten aus dem Alltag
immer wieder anders
immer wieder neu
Als
ich am Sonntag, den 8. März 15.00 Uhr zum Bäcker
ging, dachte ich, ich sehe nicht richtig. Ich kam gar
nicht gleich rein in den geräumigen Laden, so viele
Leute und nach mir kamen immer noch mehr, als sie
Platz im Inneren hatten. Drinnen kein Sitzplatz mehr
im großzügigen Cafe, auch der Stehtisch war umringt.
Die Auswahl war nur noch spärlich. Und dann war da
eine dran, die sagte mehrmals: "Das nehme ich
gleich alles und das noch und das da". Da bekamen
alle anderen schon große Augen, einige einen dicken
Hals, andere hielten demonstrativ die Luft an. Die
Theke wurde zusehends leerer, die Auswahl schrumpfte
enorm, und doch habe ich was bekommen, was wir gerne
essen. Zwei Punschberge und ein Stück Mohnkuchen zum
teilen. Denen nach mir habe ich natürlich auch noch
was übrig gelassen...
Es
war ein bisschen wie Früher: Schlange stehen, und
nehmen, was es gerade noch gibt.
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Ich
habe was lustiges im Umkleideraum erlebt:
Eine
junge Lehrerin, immer poppig angezogen, rotschwarze
Haare, klein und zierlich, immer freundlich und guter
Dinge. Sie wollte sich gerade neben mir ihren
Stringtanga anziehen, als der entzwei ging. Sie war
total locker und steckte ihn schnell in ihre Tasche.
Ich hatte das Malheur mitbekommen und sage: „So was
ist mir noch nicht passiert.“ Sie darauf: „Mir
auch nicht.“ Sie musste nun ohne in die Jeans. Sie
meinte: „Gut, dass ich heute keinen kurzen Rock an
habe“ und danach: „Unten nix, dann auch oben nix
!“ und steckte demonstrativ den BH in die
Sporttasche. Ab sofort will sie 2 Tangas einpacken, um
immer einen für den Notfall dabei zu haben. Dann
wollte sie es genau wissen. Gerissen war es da, wo die
Spitze angenäht war, also an der vorbestimmten
Schwachstelle. Ich sagte: „Man könnte es ja
flicken, doch wie lange das hält, ist fraglich.“
„Bis es wieder abreißt“, war ihre Antwort. Sie
hat gelacht, alle haben gelacht, nicht aus
Schadenfreude aus purerem Vergnügen. Das war ein Spaß
für viele Minuten.
Wir
lachen doch viel zu selten da tut so etwas mal richtig
gut.
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Endlich
hatte ich mich entschlossen, den Chirurgen aufzusuchen, der mich
vor 12 Jahren operiert hatte. Ich hatte seine auffordernden
Worte noch im Ohr: „ Wenn jemals etwas mit dem Knie sein
sollte, kommen Sie zu mir.“ Ich wusste, ich habe den falschen
Überweisungsschein, einen vom Hausarzt, anstatt einen von einem
Chirurgen oder Orthopäden, wollte mich auf seine Worte berufen
und fuhr los.
Erster
Schock: Der
Parkplatz an der Klinik ist nicht mehr frei nutzbar, ist
kostenpflichtig. Ich habe nur die Karte und viel zu wenig
Kleingeld dabei. Im Umfeld gab es weiter weg nur die eine Lücke,
in der ich beruhigt parken konnte. Alles andere waren
Anliegerparkplätze.
Zweiter
Schock: Der
Chefarzt Dr. ... ist schon lange in Rente, erfahre ich am
Empfang. Ich könne mir für seinen Nachfolger einen Termin
geben lassen. Früher gab es täglich eine Sprechstunde auch
ohne Anmeldung. Bin ich um sonnst gekommen? Trotz aller
negativen Vorzeichen bittet man mich nach einem kurzen Gespräch
in der betreffenden Anmeldung und einem Blick in meine, noch
vorhandenen, Unterlagen, draußen Platz zu nehmen. Mir bewusst,
dass es lange dauern wird, weil ja alle vor mir und die, die
nach mir kommen, bestellt sind, fange ich an, ein mitgenommenes
Buch zu lesen. Völlig unerwartet wird schon bald mein Name
aufgerufen, nicht ganz korrekt, aber außer mir reagiert
niemand, so betrete ich das Sprechzimmer. Ich war nicht gemeint,
eine ältere Frau, wohl etwas schwerhörig, sollte statt meiner
eintreten. Der Dr. ... hört sich meine Geschichte und meine
Erwartungen geduldig an, überprüft mein Knie und stellt fest,
dass nur ein neues, also nochmals ein neues Kreuzband, das Knie
stabilisieren kann. Aber in meinem Alter... So hieß es auch
schon vor 12 Jahren. Ich werde nun einige Untersuchungen machen
lassen, um festzustellen, ob überhaupt noch ein Mal operiert
werden könnte und mich dann entscheiden oder fügen.
War
das nun ein guter oder ein schlechter Tag? So ungünstig wie
alles begann hat es sich doch für mich rasch zum Guten
gewendet, auch wenn meine Aussichten nicht rosig sind.
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